Universität Osnabrück

Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften

 

Masterarbeit zur Erlangung des Masters of Education

„Lyon – historischer Wandel einer Seidenstadt“ 

von Stefanie Sackarend, Studienfächer: Französisch und Textiles Gestalten  

 

Inhaltsverzeichnis

 

1.     Einleitung

1.1   Zielsetzung und Eingrenzung des Forschungsfelds

1.2   Gliederung der Arbeit 

1.3   Literaturbericht 

1.4   Fachwissenschaftliche Grundlagen

1.4.1         Die Seide

1.4.2         Die Weberei 

1.4.3         Der Jacquardwebstuhl 

1.4.4         Seidenmalerei und die Technik des Siebdrucks

2.     Methodische Herangehensweise

2.1   Lyon – Historische Entwicklung

2.1.1         Die Entwicklung zur Seidenstadt 

2.1.2         Die “Seidenstadt“, die das Stadtbild verändert und eine bleibende Erinnerung schafft!

2.2   Vorstellung der empirischen Untersuchung

2.2.1         Das qualitative Interview als Forschungsmethode

2.2.2         Zur Auswahl der Interviewpartner

2.2.3         Qualitatives Interview mit Touristen

2.2.4         Das qualitative Interview mit Museen und Produktionsstätten

2.2.5         Auswertung der Umfrageergebnisse

3.     Einflussreiche Medien in Lyon

3.1   Das Medium Mensch

3.2   Die Printmedien

3.3   Audiovisuelle Medien

3.4 Elektronische Medien

4.     Lyon – Eine Stadt im Wandel der Zeit 

4.1   Die kritische Betrachtung des Titels „Seidenstadt Lyon“

4.2   Fazit: Der historische Wandel einer Seidenstadt 

4.3   Verwendbarkeit im Schulunterricht 

4.4   Ausblick

Anhang

Danksagung

Links zu Seidensehenswürdigkeiten in Lyon sowie Informationsmaterial

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Lyon - historischer Wandel einer Seidenstadt

Artikelnummer: 31052013
25,00 € Standardpreis
17,50 €Sonderpreis
  • 1. Einleitung

     

    „Lyon genoß schon im 17. Jahrhundert den Ruhm als Seidenstadt Frankreichs – sie hatte die italienischen Seidenstädte längst an Bedeutung überrundet. Im 18. Jahrhundert reifte auch Krefeld als Seidenstadt Deutschlands heran.“[1]  

     

    Das Einleitungszitat drückt genau aus, womit ich mich beschäftigen möchte, nämlich mit der „Seidenstadt Lyon“. Im Zitat heißt es: „Lyon genoss den Ruhm als Seidenstadt bereits im 17.Jahrhundert.“ Wann genau begann dieser Ruf und fand er jemals ein Ende? Ist es heute noch eine Seidenstadt?

     

    In dieser Einleitung zur Masterarbeit werden zunächst einige persönliche Worte an die Leser gerichtet, sodass auch diese nachvollziehen können, warum es zu dieser Forschungsidee kam.

    Als ich 2012 meinen dreimonatigen Auslandsaufenthalt für die Anerkennung des Masters of Education in Lyon, Frankreich absolvierte, arbeitete ich als Praktikantin in dem Verein Soierie Vivante. Dieser kümmert sich um zwei ehemalige Weberateliers in dem Viertel Croix Rousse. Vor meinem ersten Arbeitstag besuchte ich den Hauptsitz des Vereins, um mir einen Überblick über meinen zukünftigen Arbeitsplatz zu verschaffen. Das Hauptatelier befindet sich in der ersten Etage eines Mehrfamilienhauses, nicht in einem freistehenden Gebäude, was zu erwarten gewesen wäre. Ein Praktikant zeigte mir das Atelier im Stil einer Besucherführung. Dies sollte später Teil meiner Aufgaben sein. In der Boutique der Soierie Vivante waren viele Bücher zum Thema Lyon und Seide vorhanden.

     

    Bereits vor meiner Abreise aus Deutschland war mir bekannt, das Lyon als „Seidenstadt“ bekannt ist. Ein genaues Bild hatte ich aber noch nicht. Ich fing an zu recherchieren. Lyon war früher eine berühmte und anerkannte Seidenstadt, aber ob dieser Titel heute noch berechtigt ist, das wusste ich nicht. Viele Besucher während meines Praktikums sprachen von „Lyon, der Seidenstadt“. Sie erkundigten sich nach weiteren Sehenswürdigkeiten in Bezug auf Seide in Lyon. Einige suchten auch spezielle Geschäfte, die beispielsweise Seidenstoffe, Tücher, Kleidung oder Bordüren verkauften, wie sie in dem Atelier des Vereins Soierie Vivante hergestellt wurden. Oft konnte ich den Besuchern gar nicht weiterhelfen und auch meine Betreuerin, kannte nur sehr wenige Geschäfte oder Fabriken, wo man Seidenprodukte erwerben konnte. 

     

    Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass es nicht mehr viele Produktionsbetriebe in Lyon gibt, die mit Seide arbeiten, diese verkaufen oder lediglich zeigen, wie zur Zeit der Seidenindustrie in Lyon gearbeitet wurde. Die meisten Orte, die besucht werden konnten, sind Museen und Boutiquen, die Produkte aus Lyon und der Region vertreiben. In verschiedenen Stadtplänen und Broschüren sind z.B. Touristenrouten mit den einzelnen Sehenswürdigkeiten zum Thema Seide und Weberei in Lyon eingezeichnet. Auch verschiedenste Medien zum Thema Lyon und Seide sind in Lyon für Touristen einsehbar, wie z.B. Videos in den einzelnen Museen, die weitere Informationen außerhalb der Führung geben. Radio, Fernsehen und besonders das Internet spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Bezeichnung „Seidenstadt Lyon“. Auch einige Reiseführer schreiben über Lyon im Bezug zur Seide.

     

    Lyon ist aus geschichtlicher Sicht eine Seidenstadt. Dies wird später noch erläutert. Ist sie es aber auch heute noch? Warum wurde sie überhaupt zu einer Seidenstadt ernannt? Gelten diese Voraussetzungen heute auch noch? Für wen ist Lyon heute noch eine Seidenstadt und vor allem warum? Spielen die Medien, wie z.B. das Internet bei der Titelgebung eine Rolle?

    Viele Fragen taten sich auf und so entstand die Idee über Lyon als Seidenstadt und ihren historischen Wandel zu schreiben. Dafür kehrte ich für weitere drei Monate nach Lyon zurück. So entwickelte sich das Thema: „Lyon – historischer Wandel einer Seidenstadt“. Wie oben schon genannt, spielen auch die Medien bei diesem Thema eine große Rolle. Es entstand bei mir folgende Forschungsfrage, die ich versuchen möchte zu beantworten:

     

    „Inwiefern kann Lyon noch heute als Seidenstadt bezeichnet werden und welchen Einfluss spielen die Medien bei der Benennung von Lyon als Seidenstadt?“

     

    Diese Frage wird durch die einzelnen Kapitel der Masterarbeit immer wieder aufgegriffen, die ein Versuch ist, Antworten zu finden.

     

    [1] (Krause, Lenning, & Rakewitz, 1995), S. 150

  • 1.1   Zielsetzung und Eingrenzung des Forschungsfelds

     

    Bei dieser Fragestellung ist es naheliegend, die Arbeit anhand von Literatur zu bearbeiten, sowie mit Hilfe der existierenden Medien. Fraglich ist jedoch, ob allein die reinen Fakten diese Frage beantworten können. Somit soll die Durchführung von zwei unterschiedlichen Interviews zusätzliche Informationen liefern. Der Weg zur Betitelung „Seidenstadt Lyon“ sowie die historische Entwicklung der Stadt, kann nur anhand wissenschaftlicher Bücher vollzogen werden. Hierzu müssen Fakten vorliegen, um Interpretationen in Richtung der heutigen Situation zu ermöglichen.

     

    Zur Beantwortung der Frage, inwieweit Lyon noch heute als „Seidenstadt“ bezeichnet werden kann, ist ein geschichtliches Hintergrundwissen notwendig. Mit dessen Hilfe kann der Grund für diese Betitelung geklärt und erforscht werden, ob die Zustände, durch die diese Betitelung zustande kam, heute noch zutreffend sind oder nicht. Somit sind die literarischen Quellen die erste Forschungsgrundlage dieser Arbeit.

     

    Dem Forscher bietet sich zudem die Möglichkeit, seine subjektive Meinung und Einschätzung des Themenfeldes mit Argumenten von Interviewpartnern bestätigen oder widerlegen zu lassen. Es können Personen befragt werden, die in direktem Bezug zur Seide stehen, wie z.B. die Mitarbeiter von Museen oder Produktionsstätten. Diese haben einen besseren Bezug zur aktuellen Lage im Gegensatz zur Literatur, die oft veraltet ist.

     

    Im Punkt „Entwicklung zur Seidenstadt Lyon“ ist das Alter der entsprechenden Literatur nicht so wichtig. Für die aktuelle Situation sind die veralteten Quellen jedoch unzureichende Informationsgeber. Die durch Interviews gewonnenen Daten werden analysiert und zu einer visuellen Zusammenstellung der faktischen Daten in Diagrammen dargestellt, um eine allgemeine Übersicht der Gegebenheiten zu bekommen.

     

    Für die Interviews ist das qualitative Interview als Forschungsmethode sinnvoll. „Im qualitativen Interview werden die Meinungen, Einstellungen und Bedürfnisse des Befragten ausführlich durch offene Fragen erfasst und hinterfragt.“[2]

     

    Die Grundlage für die Beantwortung des zweiten Teils der Forschungsfrage sind einerseits die Ergebnisse der Interviews und andererseits die Ergebnisse aus der Medienanalyse. Die quantitativen Ansätze sind für diese Forschungsfrage nicht geeignet. Allein die Voraussetzungen, wie z.B. der Kundenstamm (Namen, Adressen etc. der Befragten) sind nicht vorhanden. Ausnahme hiervon sind die noch existierenden Produktionsstätten und Museen. Die Befragten sollten ihre Meinung bzw. Einschätzung zur Betitelung „Seidenstadt Lyon“ kundtun. Die ist eher subjektiv. Das qualitative Interview trifft somit gut zu, da es durch eine größere Offenheit und Flexibilität durch die flexible Gestaltung der Fragen ausgezeichnet ist. [3]

     

    Bei der Befragung gibt es einen groben thematischen Leitfaden. Es geht dabei um das Beschreiben und Interpretieren der Zusammenhänge und um die Generierung von Hypothesen. Es werden differenzierte Beschreibungen der individuellen Meinungen benötigt. Dadurch, dass die Antwortmöglichkeiten unbeschränkt sind, werden ein tiefer Informationsgehalt und eine hohe Inhaltsvalidität erreicht. Die relevanten Beurteilungskriterien für den erfragten Sachverhalt lassen sich dann aus den gewonnenen Erkenntnissen ableiten. Diese Methode ist explorativ sowie hypothesengenerierend. Es kommt schrittweise zur Theoriebildung und deren Weiterentwicklung während der Untersuchung.

     

    Das Ziel ist es, aus der subjektiven Sicht der Interviewpartner die Wirklichkeit abzubilden, wodurch mögliche Ursachen ihrer Einschätzungen nachvollziehbar und ihr Verhalten verständlich werden sollen. [4]

     

    Die genauere Beschreibung der Durchführung folgt in Kapitel 2.2, in dem auch der Leitfaden für die Interviews dargestellt ist. Um dem aktuellen Stand der Situation Lyons gerecht zu werden, wird für die Beantwortung des zweiten Teils der Forschungsfrage, welchen Einfluss die Medien bei der Betitelung „Seidenstadt Lyon“ spielen, eine Medienanalyse durchgeführt. Dies geschieht nicht im Sinne der Transkription der Medien und der Analyse der vollständigen Texte, was der Autor etc. damit sagen wollte. Hier soll lediglich ein Herausfiltern, der für die Beantwortung der Frage, wichtiger Daten stattfinden.

     

    Die Analyse besteht darin, die Argumente, die für oder gegen die Betitelung sprechen, zu erörtern und zu versuchen, diese anhand der Literatur und der eigenen Erfahrungen aus dem Aufenthalt in Lyon zu begründen oder zu widerlegen (siehe 4.1). Somit bieten die Interviews der 65 Personen im Alter von 9 bis 80 Jahren sowie die der 7 Produktionsstätten bzw. Museen in Lyon und der umgebenen Region die zweite Grundlage des Forschungsfeldes.

     

    [2] (Universität Karlsruhe (b), 2013)

    [3] Vgl. (Universität Karlsruhe (a), 2013)

    [4] Vgl. (Universität Karlsruhe (a), 2013)

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Stefanie Sackarend

Am Hollo 34

49434 Neuenkirchen-Vörden

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